Cinque Terre

Wir haben so viel vor.
Anne, steh‘ auf und lieg‘ nicht faul auf dem Ohr!
Wir essen schnell Frühstück im Dunkeln.
Am Himmel die Sterne noch funkeln,
denn wir haben keine Zeit.
Zum Zug nach Cinque Terre. Es eilt.

Cinque Terre – das sind fünf Orte mit bunten Häuschen
dicht gedrängt am Fels. Und Cafés, die laden ein zum Päuschen.
In der Mitte die alte Kirche so pompös.
Die Bewohner sind streng religiös.
Die Touristen stehen am Hafen und posen und zeigen das schönste Insta Smile.
Ich fühle mich zu Hause. Hier ist die Welt noch heil.

Wir wandern von Ort zu Ort über rauhen, steilen Stein.
Der Weg ist weit. Man spürt’s im Bein.
Rechts das Meer und links der Olivenhain.
Unterwegs ein schönes Café
mit vielen Likes im WWW.
Der Orangensaft ist frischgepresst. Und dazu Tee.

Wir steigen auf’s Boot.
Von Riomaggiore zurück entlang der Küste im Abendrot.
In Levanto hole ich mir eine Cola am Automat
auf dem Bahnsteig. Wir nehmen den Zug für die Rückfahrt.
In einer Bar gibt’s noch Wein
mit Chips und Oliven. Wer sagt da schon nein?

Viel vor hatten wir.
Jetzt gibt’s aber noch ein Bier.
Alles, was gesagt war
ist auch wahr 😉
Ich sage Ciao
for now.

Und gehe jetzt offline.

Portofino

Es fühlt sich so an, als würden wir schon immer im Auto leben. Alles hat jetzt seinen Platz gefunden. Alles fügt sich. Die Sonne kommt früh langsam herum und taucht den alten Steinbruch, in dem der Campingplatz liegt, ins Morgenlicht.

Wir fahren mit der Bahn nach Santa Magherita. Der Weg führt an Rapallo vorbei, dem Ort in dem Walter Rathenau den Rapallo-Vertrag mit der Sowjetunion im Jahre 1922 aushandelte. Von Santa Mageritha nehmen wir den Bus nach Portofino. Überall sind Touristen. Wir folgen dem schmalen Weg zur Kirche Chiesa di San Giorgio. Die Kirche hat überregionale Bedeutung erlangt für die Skulptur der Jungfrau Maria mit dem Jesuskinde im Arme, die die Bitte eines Schafhirten empfängt. Die Szene spielt offenbar im Winter wegen des Schnees. Wir können nur mutmaßen, um was es ging. Man weiß es nicht mehr. Vielleicht bat der Hirte um Futter für seine Tiere.

Die Bar am Faro di Portofino bietet eine großartige Aussicht und super Cocktails. Abends dann zurück nach Siestri Levante und Altstadt ansehen.

Abenga und Genua

Auf dem Weg nach Sistre Levante machen wir einen ersten Zwischenstopp in Abenga. Der Ort hat eine schöne, gut erhaltenen Altstadt. Die Gassen sind eng und dunkel, die Häuser klein. Man sagt ja, die Menschen seien früher kleiner gewesen als heute. Das muss wohl hier auch so gewesen sein. In der Stadt gibt es hochaufragende sogenannte Geschlechtertürme. Diese Türme erheben sich in frevelhafter Weise höher als die Glockentürme der Kirchen und zeugen vom Reichtum der damaligen adligen Familien.

Der nächste Stopp ist in Genua. Unten am Hafen ist ein buntes Treiben der Händler und Spielleute. Sofort umringen uns Kinder. Gut, dass wir immer ein paar Glasperlen in der Tasche haben. Am Kai liegt die Galeere Neptun, mit der sich die Einheimischen auf das Meer wagen. Überall kleine, lästige Fliegen, die uns umschwirren. Anne hat Hunger und will sich ein Fladenbrot aus Kichererbsenmehl kaufen. Wir finden aber den Laden nicht.

Per Rad von Imperia nach Sanremo

Wir leihen uns Fahrräder in Imperia und fahren auf einer ehemaligen Bahnstrecke nach Sanremo. Die Strecke ist heute asphaltiert und steht ausschließlich Radfahrern, Fußgängern und Skatern zur Verfügung. Es geht vorbei an der felsigen Küste, durch lange, dunkle Tunnel, durch die Innenstädte von Port-Maurice und Bussana und entlang schöner Sandstrände. Am Wegesrand warten Cafés auf Gäste. Wir sehen uns den Hafen von Sanremo an, gehen dann baden und liegen am Strand.

Morgen geht’s nach Siestri Levante.

Èze und Nizza

Wir verbringen zwei Tage an der Cote d’Azur und übernachten in Èze, einem hübschen, kleinen Ort unweit von Nizza. Oben auf dem Berg, wo einst eine Burg stand, findet sich oberhalb der engen Altstadt ein botanischer Garten. Man sieht dort neben Blüten, Kakteen, Sukkulenten und Aloe Vera auch Besucher aus aller Welt. Französinnen und Italienerinnen tragen Kleider. Die Deutschen bevorzugen Sportives in Goretex und Softshell.

In Nizza ist heute Markttag. Es dauert gar nicht lange und wir tragen Tüten mit allerlei Mitbringselgeschenken mit uns. Wir trinken Kaffee und essen Socca, ein Gericht aus Kichererbsen, in den Gassen der Altstadt. Dann liegen wir noch faul am Strand rum.

Auf der Autobahn

Es geht Richtung Süden auf der Autobahn.
Die Sonne scheint. Es ist warm.
Das Ziel der Fahrt dieses Tages ist Dinkelsbühl.
Als wir ankommen, ist es dunkel und schon kühl.
Häuser dicht gedrängt, umgeben von Türmen und Maur‘.
Von oben die Wächter mit Stundgeschrei rauh.
Oder ist es doch der Sünder im Schandholz?
Wir gehen ins Weib’s Brauhaus, was sollt’s.
Hähnchen und Bratkartoffeln bekommt die Anne
aus der Pfanne.
Die Kinderzeche wird hier gefeiert jedes Jahr,
die die Stadt vor der Zerstörung bewahr‘.
Am Morgen gibt es dann Frühstück mit Brötchen und Ei.
Anne sagt, Christiane grüsst aus der Mongolei.
Und es geht wieder Richtung Süden auf der Autobahn.